Kitzrettung mit der Drohne

Es ist 04:00 Uhr, der Wecker klingt in der Kitzrettungsstation Mittelfranken. Die beste Zeit, um Rehkitze und Bodenbrüter in den Wiesen vor dem Mähtod zu retten. In den frühen Morgenstunden sind die Wiesen kalt, aber die Tiere, die in den Wiesen liegen, sind warm. Je größer der Temperaturunterschied, desto besser kann man sie mit der Wärmebilddrohne aufspüren im hohen Gras.

Die Waidgerechte Jagd Kitzrettungsdrohne: eine DJI Mavic 2 Enterprise Advanced mit Sonderzubehör

Wir bekommen, wenn‘s gut läuft einige Tage vorher Bescheid vom Landwirt oder vom Jäger. Wenn der Landwirt selber anruft, bitte wir ihn, die Aktion mit seinem Jagdpächter abzusprechen, da dieser auch zum Abfliegen vor Ort sein sollte. Wir machen einen Treffpunkt am Mähtag für 04:30 Uhr aus. Wichtig, ist, dass die abgesuchten Wiesen kurz nach dem Überflug gemäht werden. Wir machen es mittels neuester Drohnentechnik. Diese haben wir von „Waidgerechter Jagd“ am Vatertag 2021, pünktlich zur Beginn der Mähsaison überreicht bekommen. Es handelt sich um die DJI Mavic 2 Enterprise Advanced. Diese besitzt eine sehr gute Wärmebildkamera mit 640×512 px Sensor.

Ein Rehkitz, wie es die Wärmebildkamera der Drohne anzeigt

Wir treffen am Treffpunkt ein und fahren dann in Kolone zur ersten Wiese. Dort angekommen, packen wir die Drohne aus und schalten die Fernbedienung ein. Danach schalten wir die Drohne ein und gehen unsere Checkliste für den Drohnenflug durch. Der Pilot startet die Drohne und lässt diese im 1m Höhe schweben. Dort kontrolliert er die Funktionsfähigkeit der Steuerung. Dann ist es so weit, der Pilot lässt die Drohne auf ca. 80–100 m steigen und gibt das OK zum Absuchen. Die 2. Person schaut auf das Display und der Pilot fliegt die Wiese mit Kontrolleo des Luftraumes und Sicht auf die Drohne ab. Wenn die 2. Person etwas entdeckt, geht der Pilot herunter, auf ca. 25–30 m. Dann wird an die Wärmequelle heran gezoomt und man kann die weißen Flecken der Kitze erkennen. Auch die anderen Bodenbrüter sind gut erkennbar.

Mit dem Echtbild der Drohne ist das Kitz schon schwerer zu entdecken.

Jetzt ist der Jagdpächter gefragt, mit Einmalhandschuhen und Grasbüschel, auf dem Weg zum Kitz. Dieses behalten wir mit der Drohne im Blick. Der Jagdpächter legt es dann unter einen Korb (z.b. Wäschekorb, Gartenkorb) an den Waldrand. Nachdem der Landwirt die Wiese gemäht hat, lässt der Jagdpächter das Kitz wieder frei. Mit dieser Methode haben wir seit 18.05.2021 bereits 94 Kitzen vor dem Mähtod retten können.

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